Marlene Pribitzer im Interview

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Die Sportschützin Marlene Pribitzer stammt ursprünglich aus Niederösterreich – quasi vom ganz anderen Ende Österreichs. Warum sie seit fast drei Jahren nun Vorarlberg als ihre ‘Homebase’ hat und wie die Zeit war in der sie Wohnung, Training und Arbeit am selben Ort untergebracht hatte, verrät sie uns im Interview. 

 

 

Marlene, was hat dich dazu gebracht mit knapp 20 Jahren vom einen ans andere Ende Österreichs zu ziehen?

Ich komme ursprünglich aus Matzen, das ist ein kleines Dorf im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich. Wir haben ca. 10 km an die Grenze – also komme ich wirklich vom ganz anderen Ende Österreichs.

 

Ich bin nach Vorarlberg gekommen, weil ich hier die Chance hatte zum Bundesheer zu kommen. Ursprünglich war geplant, dass ich in Rif (Salzburg) stationiert werde. Aber zu dem Zeitpunkt als ich eingerückt bin, das war im Oktober 2016, wurde der Schießstand in Rif gerade generalüberholt und saniert und ich hätte die ersten drei Monate dort nicht trainieren können. Dann haben wir nach Trainings-Alternativen gesucht und kamen relativ schnell auf die Lösung Vorarlberg. Hier gibt es beide Schießstände, 50 m indoor und 10 m indoor, also ein perfektes Umfeld. Ich habe dann gesagt, wenn ich schon die Chance habe, dass ich das so professionell machen kann, dann möchte ich das auch so gut wie möglich nützen – und da war mir auch egal, wo ich hin gehe. Zudem ist Wolfram Waibel mein Nationaltrainer, und auch er meinte gleich, dass das gut passen würde. Es hat einfach alles gepasst – ich hatte hier den Trainer und das Umfeld. Es sind viele andere Schützen hier, im Haus kann ich quasi alles nutzen und das ist perfekt für mich. Deswegen habe ich mich für Vorarlberg entschieden.

 

Arbeiten, wohnen, trainieren – alles im Olympiazentrum Vorarlberg. Fällt einem da nicht mal die Decke auf den Kopf?

Die ersten acht Monate habe ich hier im Haus gewohnt. In der Anfangszeit war das wirklich hervorragend. Man geht quasi mit dem Pyjama zum Training (lacht). Im HLSZ gibt es Vierbettzimmer und es war zwar am Abend oder in der Nacht nie jemand da aber untertags war immer etwas los: „Tür auf Tür zu“ (lacht). Darum habe ich mich dann nach einer Wohnung umgesehen und auch eine die nur  fünf Minuten von hier entfernt liegt gefunden. Da wohne ich jetzt.

 

Wie können wir uns einen Tag von dir im Olympiazentrum vorstellen?

Ich komme um 7:30 Uhr zur Standeskontrolle. Dann frühstücken wir und anschließend geht es auch schon los mit beispielsweise Fußballtennis oder Mobilisation. Am Vormittag habe ich dann meistens noch Schießtraining – Luftgewehr oder Kleinkaliber – je nachdem was ansteht. Dann folgt die Mittagspause. Am Nachmittag findet dann meistens eine Stabi- oder Ausdauereinheit statt und am Abend habe ich dann wieder Training von 17:30 Uhr bis ca. 20:00 Uhr. Der ganze Tag ist somit geplant und ich bin die ganze Zeit im Einsatz.

 

Welche ausschlaggebenden Wettkämpfe hast du in letzter Zeit absolviert, an was arbeitest du im Moment gerade und was steht in nächster Zeit an?

Die letzten großen Wettkämpfe in der vergangenen Saison waren meine ersten Weltcupstarts in Fort Benning (USA). Das war schon ein richtig, richtig cooles Erlebnis. Damals war ich noch etwas überfordert mit der Kulisse bei einem Weltcup und wie es so läuft mit dem Jetlag usw. Das war einfach alles etwas viel auf einmal, aber ich bin auch deswegen dahin gefahren, damit ich es lerne und in der kommenden Saison bereits davon profitieren kann.

 

Dann habe ich es letztes Jahr auch noch als eine von drei Damen in Österreich geschafft, mich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren und das war ein ganz großes Ziel. Mit dem habe ich selbst nicht gerechnet, drum war die Freude groß, dass ich mich qualifiziert habe. Bei der Weltmeisterschaft habe ich eine konstante Leistung gebracht.

 

Der Fokus dieses Jahr ist ganz klar: Ab der diesjährigen Weltmeisterschaft gibt es Quotenplätze für die Olympischen Spiele und bei jeder Weltcupstation werden diese vergeben. Insgesamt gibt es vier Weltcupstationen – Neu Delhi hat bereits stattgefunden, der nächste findet im April in Peking statt und dann gibt es noch eine in München und die letzte Station ist in Rio de Janeiro. Es wäre natürlich ein Traum, wenn ich es schaffen könnte, einen solchen Quotenplatz zu bekommen.

 

Der nähere Focus liegt auf der Europameisterschaft nächste Woche in Kroatien. Das ist derzeit mein Weg. Dort gibt es nur ein Luftgewehrschießen und ich fühle mich mit dem Luftgewehr ein bisschen wohler. Ich habe die letzten 1,5 Jahre den Fokus auch auf das Luftgewehr gelegt. Ich habe zwar auch immer Kleinkaliber trainiert und auch Wettkämpfe geschossen, aber der Fokus lag schon eher immer auf dem Luftgewehr.

 

Ein Erfolg der letzten Wochen war auch noch, dass ich mit der USG Altach das Bundesligafinale in Österreich gewonnen habe. Sheileen Waibel, Patrick Diem und Thomas Muxel waren auch dabei. Es war etwas ganz besonderes, da noch kein Vorarlberger Team in der Bundesliga am Podest war. Ich durfte jetzt die erste Saison bei ihnen schießen, da ich mittlerweile auch das Bundesland gewechselt habe. Ich starte also jetzt für Vorarlberg und durfte deshalb mitschiessen. Das war natürlich mega cool.

 

 

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