Sotschi-Reha mit Markus Schairer und Izzi Hämmerle

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Die letzten Wochen vor den Olympischen Spielen waren für uns sehr hektisch – leider … Die Medaillenhoffnungen Markus Schairer und Izzi Hämmerle verletzten sich leider rund um dem Jahreswechsel schwer. Physiotherapieleiter Martin Hämmerle lässt sich ein wenig in die Karten blicken.

 

Markus Schairer

Direkt nach der Verletzung ging es erst darum eine optimale Abklärung, Operationsstelle und weitere Schritte der direkten Nachversorgung sowie der Vorbereitung vor der OP zu organisieren und einzuleiten. Bereits vor der Operation wurde Markus noch mittels Lymphdrainage und ergänzenden manuellen Methoden auf die OP vorbereitet. Die Operation war auf alle Fälle eine komplizierte, aufwendige Reparatur und Befestigung der Bänder rund um das AC Gelenk.

 

Das Schwierige an der Situation war ganz bestimmt die vorsichtige Herangehensweise der Reha und der ersten Behandlungen im Hinblick auf die Wundheilung – trotz des intensiven Zeitdrucks in Richtung Olympia. Einer der wichtigsten Parameter in solch einer schwierigen Reha ist bestimmt ein unglaublich tiefes Vertrauen zwischen Patient und Therapeut aufzubauen. Einerseits dass Markus sich voll und ganz auf eine bestmögliche Planung und Abfolge von Reizsetzungen, Entlastungen, passiven Anwendungen und Einsatz des Therapeuten (sprich mir) verlassen konnte, andererseits dass aber auch ich mir über die hochkonzentrierte und intelligente Mitarbeit von Markus sicher sein konnte. Solch eine Reha basiert auf diesem Zusammenspiel und auf dem Feingefühl bzw. der gegenseitigen Unterstützung und Planung! Mit Markus hatte ich natürlich einen extrem mündigen, engagierten und willensstarken und vom ersten Tag an positiv eingestellten Freund zur Therapie und zum Aufbautraining!

 

Anfangs waren es nur feinste Übungen um das Vertrauen und eine generelle Sicherheit zu erlangen ohne dabei die Wundheilung zu gefährden. Ein weiterer Schwerpunkt lag zusätzlich auf dem Gebiet der energetischen Unterstützung, der manuellen Lymphdrainage durch unsere Masseurin und dem wichtigen Training zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit des restlichen Körpers – denn schließlich hatte er ja genau dafür den ganz Sommer intensiv und hochkomplex trainiert! Gerade die Abstimmung von Schulterübungen und dem ergänzenden Zusatztraining haben wir wirklich optimal geschafft.

 

Die schwierigste Aufgabe allerdings bestand darin den schmalen Grat von Belastung und Überlastung der Schulter zu gehen (im grundsätzlichen Wissen, dass eine „normale“  Schulter mit diesen Verletzungen normalerweise um vieles länger an Ruhezeit und Heilungszeit benötigen würde)! Allerdings sieht man gerade am Beispiel von Markus Schairer und an den folgenden Maßnahmen wie intensiv und optimal eine solche Reha auch ablaufen kann wenn v.a. auch der Sportler (der sich ja zum Zeitpunkt der Verletzung in einem exzellenten körperlichen Zustand befunden hat) die vorhandene Zeit auch wirklich nützt!

 

Eine (wahrscheinlich nicht ganz vollständige Liste) der Maßnahmen in der Zeit nach der OP bis zum Abflug nach Sotschi:

  • tägliche Therapie passiv (anfängliche Wundbehandlung und Mobilitätsverbesserung der Schulter und des gesamten Schultergürtels)
  • anfangs tägliche Lymphdrainage des Wundgebietes und Massage der Rücken und Nackenmuskulatur
  • täglich ergänzendes begleitetes körperliches Training
  • Ernährungsanpassung (Unterstützung der Wundheilung)
  • tägliche Besprechungen (Status quo) und Informationen (Schlafverhalten, Regenerationszeitpunkte,…)
  • ab dem möglichen Zeitpunkt aktive Therapie (erst manuell dann im Kraftraum)
  • Aufbau und Belastbarkeitssteigerung der verletzten Strukturen
  • Beginn Widerstandstraining im Wasser und erste Krafttrainingseinheiten im Kraftraum
  • Stetige Anpassung und Weiterentwicklung des ergänzenden Trainings
  • Unterstützung des gesamten Prozesses durch TCM Therapeuten und diverse Physikalische Geräte (anfangs Magnetfeldtherapie dann fortlaufend Zythoenergese)

 

Nach der Entscheidung von Markus zu den X-Games nach Aspen zu fliegen, um dort wieder das erste spezifische Snowboardtraining zu absolvieren (mit Erfolg und Cleverness – Verbot des explosiven Zuges am Start- zum Qualifikationsgewinner), lag es in der letzten Phase daran die Stabilität, das Zugverhalten aus biomechanischer Sicht und die bestehenden Möglichkeiten (Einschränkungen) optimal weiterzuentwickeln und auf höchstmögliches stabiles Niveau zu trainieren! Begleitet von täglichen Massagen, BGM und Manuellen Techniken zur besten Regeneration und weiteren Heilung des Gebietes rund um das AC Gelenk!

 

Letzter Stand der Dinge vor dem Abflug:

  • körperlich TOP Fit
  • Mental und im Kopf extrem fokussiert und voll auf Angriff
  • Stabiler Schultergürtel der es mit etwas anderer Technik erlaubt explosiv und hoch intensiv zu starten!!!
  • Genauester Ablauf des Vorbereitens und des Tonisierens (Spannungsaufbau) der Schulter festgelegt und besprochen!
  • Zusätzliche Betreuung für die Tage in Sotschi mit den begleitenden Therapeuten abgestimmt!

 

Alessandro Hämmerle:

Voraussetzungen:

  • Extrem knappe Zeit für einen Knochenbruch bis zu Olympia
  • Operation sehr gut verlaufen, allerdings mind. 14 Tage Gips – wenig Möglichkeiten zu behandeln

 

Ziel der ersten Phase (Gips): alle möglichen Maßnahmen zu finden die einen optimalen Heilungsprozess unterstützen…

  • Lymphdrainage
  • Ernährungs-Umstellung und Anpassung
  • Unterstützung durch Physikalische Anwendungen
  • TCM und Akupunktur
  • Training des restlichen Körpers um einerseits die Fitness zu erhalten und andererseits auch den Stoffwechsel und die Übertragung aller positiven Effekte aufs andere Bein anzukurbeln
  • Intensives Training der Oberschenkelmuskulatur (Vorder- und Rückseite) des verletzten Beines
  • Ruderergometer- und Langlaufergometertraining im Aeroben Bereich um ein Optimum an Durchblutung und Stoffwechsel des gesamten Körpers zu gewährleisten

 

Ziel zweite Phase (ab Gipsabnahme):

  • Mobilisation des eingeschränkten Sprunggelenkes
  • Anwendung passiver Durchblutungsförderung (Kaltwasser,…)
  • Tägliche Unterstützung durch Zythoenergese
  • Aufbau Waden- Fußmuskulatur
  • Langsamer stetiger Druck- und Belastbarkeitsaufbau
  • Intensives Training Beinmuskulatur

 

Ziel dritte Phase (volle Belastung des Fußes erlaubt):

  • Druck- und Belastbarkeitsaufbau weiterhin steigern (täglich begleitetes Krafttraining)
  • Weiterführung aller passiven Maßnahmen
  • Schuhgewöhnung
  • ABFLUG nach Sotschi

Wer etwas verändern will,

muss neue Wege gehen.

Olympiazentrum Vorarlberg

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