Start in die Eltern-„Ausbildung“

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Am 17.09.2014 startet die neue Vortragsreihe für Eltern mit einem Vortrag von Sportpsychologe Christopher Willis. ‚Liebst du mich noch wenn ich verliere?‘ soll der Auftakt sein für ein Thema, mit dem sich alle Eltern, die ihre Kinder im Sport begleiten, auseinandersetzen müssen. Sportservice-Geschäftsführer Sebastian Manhart hat uns in einem Interview erzählt, was der Ausschlag für die Workshopreihe war, weshalb dieses Thema so wichtig ist und welchen Herausforderungen sich die zentralen Personen, die an einer Sportkarriere beteiligt sind, stellen müssen.

 

Wie kam es dazu dieses Thema aufzugreifen und Workshops dazu zu organisieren? Waren Alltagssituationen, die sich aus der Zusammenarbeit mit Athleten/Eltern ergaben der Ausschlag?
Die Idee als solche ist schon älter – konkrete Situationen, die die Wichtigkeit aufzeigen, gibt es immer wieder. Tatsache ist, dass Eltern natürlich enorm wichtige Bezugspersonen im unmittelbaren Umfeld von jungen Spitzensportlern sind und dass auf sie ganz spezielle Herausforderungen zukommen – nicht nur auf ihre Sprösslinge.

 

Wie ist die Workshopreihe aufgebaut und welche Themen stehen im Fokus?
Wir starten mit einem breit angelegten Vortrag, der psychologische Komponenten in der Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern, die zum Spitzensport tendieren, aufzeigt. Ins Detail geht es dann bei den 4 kompakten Workshops, in denen einzelnen Themen von Experten aufgearbeitet werden. Der Bogen spannt sich dabei von psychologischen Entwicklungsstufen, die Jugendliche durchlaufen, über die die konkrete Rolle der Eltern im Spitzensport bis hin zu den wesentlichsten Charaktereigenschaften, die für künftige Spitzensportler erfolgsentscheidend sind.

 

Was sind die größten Herausforderungen, mit denen Eltern von Athleten konfrontiert werden?
Gerade im Alter von in etwa 14 bis 15 Jahren stehen oft enorme Veränderungen an: Neben einem möglichen Schulwechsel zb in Sportgymnasium ist das meist ein Alter, in dem Trainingsumfang und –intensität deutlich zulegen. Das heißt, dass einerseits die Belastungen deutlich zunehmen und echte Freizeit rar wird, andererseits steigt natürlich auch der Druck in Bezug auf die sportliche Erwartungshaltung. Was im Kindesalter eher spielerisch bewältigt wurde, gewinnt nun an Ernsthaftigkeit. Eltern müssen in der Lage sein, ihren Kindern Selbstvertrauen zu geben, sie nach Niederlagen wieder aufzubauen und sie gleichzeitig aber von allzu großen Höhenflügen wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen.

 

Was ist Aufgabe der Trainer und was ist Aufgabe der Eltern? Gibt es hier ein großes Konfliktpotential?
Trainer sind vorrangig für die sportliche Entwicklung verantwortlich – eine Entwicklung, die niemals losgelöst von der Entwicklung der Persönlichkeit von Jugendlichen betrachtet werden kann. Hier gibt es deutliche Überschneidungen zwischen Eltern und Trainern, sodass eine gute Abstimmung gegeben sein muss – und wechselseitiges Verständnis für die Arbeit des anderen Partners und nicht gegenläufige Zielsetzungen. Eltern müssen das Vertrauen haben, dass ihre Kinder gut und fair behandelt werden – und das Verständnis dafür, wenn eine sportliche Entscheidung einmal nicht zu Gunsten ihres Kindes ausfällt.

 

Welche Rolle spielt das Thema Schule/Ausbildung, das in den meisten Fällen zusätzlich noch eine zentrale Rolle spielt?
Mit steigendem Alter nehmen Abwesenheiten für Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe deutlich zu – das geht natürlich zu Lasten der Präsenzzeit in der Schule. So sind abseits der Schulbank Lerninhalte teilweise auch ohne Unterstützung in Eigenverantwortung zu erarbeiten. Dennoch ist glasklar, dass eine Sportkarriere ohne die Absicherung einer abgeschlossenen Erstausbildung in Form zB einer Matura oder eines Lehrabschlusses nur in sehr wenigen Sportarten denkbar ist – Co-Kommentator im Fernsehen werden nur die Wenigsten. Es gilt beides bestmöglich unter einen Hut zu bringen – wiederum mit einer ganz zentralen Rolle der Eltern.

 

Fördern und Fordern – ein schmaler Grat?
Das ist immer eine Gratwanderung. Leider gibt es immer wieder Beispiele für Eltern, deren eigener Motivationslevel höher ist als der ihrer Kinder. Natürlich müssen Eltern ihre Sprößlinge vorrangig fördern und unterstützen – sie sollen aber definitiv auch Dinge einfordern können. Dabei aber zu viel von ihnen zu fordern wäre fatal. Für diese Gratwanderung braucht’s aber viel Fingerspitzengefühl – und auch etwas Hintergrundwissen, das wir gerne vermitteln würden.

 

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