Elisa Hämmerle: Training in Holland für den Olympia-Traum

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Kunstturnerin Elisa Hämmerle hat sich entschlossen, zur Erfüllung ihres Olympiatraums einen radikalen Schnitt in ihrer Spitzensport-Karriere zu wagen. Sie übersiedelte im späten Frühjahr von Innsbruck nach Hoofddorp, einem Vorort von Amsterdam. Dort trainiert sie jetzt unter der Leitung von Patrick Kiens u.a. gemeinsam mit Topstar Eythora Thorsdottir.

„Ich bin nun seit Anfang Mai in Holland und habe mich super eingelebt. Dort wo ich wohne ist es super schön und ich brauche nur ein paar Minuten zur Turnhalle – natürlich mit dem Fahrrad, so wie sich das gehört in Holland“, lacht Elisa.

 

Zur Erinnerung: Elisa Hämmerle galt als aussichtsreichste österreichische Kunstturn-Olympiakandidatin für Rio 2016, ehe sie sich beim Training zur entscheidenden Qualifikation beim „Olympic Test Event“ vor Ort in Brasilien die Achillessehne riss. Die 19-fache Staatsmeisterin, die schon 2013 im EM-Mehrkampffinale gestanden hatte, gab aber nicht auf.

 

Die heute 23-jährige Vorarlbergerin, die ab Herbst 2016 studienbedingt in Innsbruck lebte, kämpfte sich mühsam zurück und gelangte Mitte 2018 mit zweimal Einzelgeräte-Gold bei der Staatsmeisterschaft (Stufenbarren, Schwebebalken) wieder an die heimische Spitze. Im Herbst 2018 folgte dann sogar Hämmerles vierte Weltcup-Medaille.

 

Jetzt geht es darum, bei der WM im Herbst in Stuttgart – der Tag X ist der Freitag, 4. Oktober 2019 ab 15:30 Uhr – eine entsprechend starke Mehrkampf-Leistung zu zeigen und (den) einen (für Österreich) möglichen Olympia-Quotenplatz zu holen. Wer die drei Österreicherinnen bei der Stuttgart-WM sein werden, steht noch nicht fest: Neben Hämmerle arbeiten auch Marlies Männersdorfer, Jasmin Mader und Bianca Frysak darauf hin.

 

In Holland gehört Elisa Hämmerle einer internationalen Trainingsgruppe an – mit Mandy Maghoub ist neben Topstar Thorsdottir auch eine ägyptische Olympiahoffnung ihre neue Trainingspartnerin – in der sie sich „großartig aufgehoben und willkommen fühlt. Es war die beste Entscheidung, die ich für meine Sportkarriere treffen konnte, hierher zu übersiedeln. Ich habe einfach gemerkt, dass in mir noch einiges an Potential schlummert, das ich herausholen möchte. hier habe ich ein für mich optimales Umfeld und alles, was ich benötige, um mich weiter zu entwickeln. Auch das Training mit Top-Turnerinnen wie Eythora Thorsdottir pusht mich sehr. Das könnte nicht motivierender sein.“ 

 

Zwischen den Trainingsblöcken in Holland nutzt sie die Trainingsmöglichkeiten und die Betreuung am Olympiazentrum Vorarlberg. „Wenn ich in Vorarlberg bin komme ich ins Olympiazentrum und arbeite vor allem mit Michael Sohm und Bea Kresser. Ich wünschte mir ich könnte das medizinische Umfeld das ich hier habe mit nach Holland nehmen – dann wär’s perfekt“, so Elisa.

 

Auf ihre Olympiachancen angesprochen meint Hämmerle: „Meine Trainer (neben Patrick Kiens auch Daymon Montaigne-Jones, Anm.) gehen davon aus, dass man mit 51 WM-Mehrkampfpunkten sicher die Qualifikation schaffen wird, vielleicht auch knapp darunter. Mein Ziel für Stuttgart sind 52 Punkte, die dementsprechenden Küren bereite ich vor.“

 

Die weiteren Pläne nach der WM sind für Elisa noch offen: „Wenn ich die Qualifikation schaffe, dann werde ich in Holland bleiben, werde mir eine dauerhafte Wohnung suchen und ab Januar dann mit meinen Trainern gemeinsam ein Trainings- und Wettkampfprogramm für 2020 erstellen”.

 

(c) Text (mit Änderungen) & Fotos: ÖFT, Olympiazentrum Vorarlberg, privat

 

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