Wintersportathlet im Sommer – ein Fulltime-Job!

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Wie bereits berichtet, sind fast alle unserer Wintersportathleten bereits auf Trainingskursen im Schnee. An den Übersee-Aufenthalt werden sich zwar in aller Regel weitere Trainingsblöcke im Olympiazentrum anschließen, ehe die ersten Rennen in Europa bzw. Nordamerika anstehen, aber die Sommer-Trainingszeit im Olympiazentrum Vorarlberg ist weitgehend vorüber.

 

Man könnte ja meinen, dass es jetzt erst „richtig los geht“ bei unseren Wintersportathleten. Die Zeit auf Schnee JA. Aber, dass diese Athleten im Sommer wenig zu tun haben, ist wohl eine der größten Fehleinschätzungen. Dass ein Wintersportler auch im Sommer einen Fulltime-Job hat und wie genau während dieser Monate gearbeitet wird, haben uns unsere Sportwissenschafter Kristian Krause und Philipp Konnerth erzählt.

 

 

„Wie sieht die Arbeit von euch mit den Wintersportathleten aus? Was passiert da im Sommer?“

 

Kris: Start ist Mitte/Ende April. Es geht vom niedrig intensiven, umfangsorientierten Training nach und nach hin zu kürzeren, intensiven und hochintensiven Belastungen. Die passiven Strukturen werden auf die kommenden Trainingsinhalte vorbereitet. Kurz vor den ersten Schneekontakten versuchen wir die Belastungsstruktur, die dabei auf die Athleten zukommt, schon imitiert zu haben.

 

Philipp: Wir sind prinzipiell in Teams aufgeteilt. Kris betreut die Snowboarder und Skicrosser (Luca und Izzi Hämmerle, Julian Lüftner, Beat Neyer-Hollenstein, Noah Abdel Aziz, Lukas Mathies und Fredi Berchtold) und Skifahrer Mathias Graf. Antje die Athleten aus dem nordischen (Ramona Düringer und Jasmin Berchtold) und einige aus dem alpinen Bereich (Patrick und Lukas Feurstein und Thomas Dorner). Ich vor allem die Skifahrer Elisabeth Kappaurer, Ariane Rädler, Michelle Niederwieser,  Magnus Walch und Skispringerin Eva Pinkelig. Unsere Physios betreuen zusätzlich noch Athleten. Manuel Hofer betreut Christine Scheyer und Christian Hirschbühl, Martin Hämmerle betreut Daniel Meier.

 

Wir versuchen die Trainings gemeinsam unter einen Hut zu bringen, allerdings sind die Periodisierungen und die Phasen, in denen sich die Athleten jeweils befinden nicht immer die gleichen – deswegen wird auch sehr viel individuell gearbeitet.

 

Kris: Genau – jeder Athlet hat seine Stärken und Schwächen. Die Stärken gilt es zu stärken, die Schwächen zu schwächen – deshalb ist sehr viel Individualität gefragt und die Programme gehen doch sehr stark auseinander bzw. werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder unterschiedlich lang absolviert.

 

Philipp: Genau. Dazu kommt natürlich, dass es disziplinenspezifisch enorme Unterschiede gibt. Die gemeinsamen Kadertrainings dreimal die Woche sind sozusagen die Benchmarks und die individuellen Trainings werden drum rum gebaut. In der Kraftkammer machen wir individuelle Programme mit den Athleten, allerdings sind sie oft gemeinsam da, was viel motivierender ist als allein zu trainieren.

 

 

„Wie arbeitet ihr mit den Trainern, die die Athleten dann im Winter begleiten zusammen?“

 

Kris: Wir haben einen sehr guten Draht zu den Snowboardcross Nationaltrainern Tom Greil und Gernot Raitmair – der zum Beispiel alle zwei Wochen hier bei uns ist und die Jungs beim Alternativtraining beobachtet. Außerdem ist er bei Aktionen wie den Starttrainings dabei und macht dort die qualitative Analyse. Die Zusammenarbeit hier läuft sehr gut und wir bekommen auch ein sehr gutes Feedback von deren Seite. Auch im alpinen Bereich hat sich die Zusammenarbeit mit Mathias‘ Trainer Günther Steiner sehr gut entwickelt.

 

Philipp: Ich finde auch, dass es sich in eine positive Richtung entwickelt. Anfang der Vorbereitung ist der Austausch intensiver. Natürlich stehen wir dann weiterhin in ständigem Austausch mit den jeweiligen Trainern, jedoch lassen sie uns freie Hand bei der Umsetzung – was eine Vertrauensbasis darstellt.

 

 

„Wie kann man sich das Trainingspensum der Wintersportathleten im Sommer vorstellen?“

 

Philipp: Einige der Athleten sind Heeressportler. Die müssen sowieso jeden Tag da sein und nützen die Infrastruktur. Je nach Phase kann man sagen, dass die Athleten zwei von uns betreute Einheiten am Tag haben. Wöchentlich kommen sie also auf 8-10 betreute Einheiten.

 

Kris: Und hier sprechen wir nur von den betreuten Einheiten, die ca. 20 Stunden in der Woche ausmachen. Hinzu kommen die Einheiten, die sie individuell noch machen plus Therapieeinheiten, Regeneration, Massage etc. Außerdem haben die Athleten mittlerweile alle Sponsoren, Partner und Unterstützer, die auch nicht von allein kommen bzw. natürlich mit Verpflichtungen für die Athleten verbunden sind. Wenn man das alles zusammenrechnet kann man also ganz klar sagen, dass ein Wintersportler auch im Sommer einen Fulltime-Job hat!

 

 

 

 

 

 

 

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